[>>]

Sonntag, 15. Januar 2006

Dissoziative Persönlichkeitsstörung - Ich Bin Viele

Lizzy mag Bücher, sie liest ständig - sie mag keinen Trubel. Sie hasst Eiscreme und ist gegen Penicilin allergisch.

Irene - sie ist Mutter, 42 Jahre, Hausfrau - sie ist Linkshänderin.

Janosch mag Autos. Er ist ein sehr lieber kleiner Junge. Er ist gerade 6 geworden.

Alle diese Menschen sind grundauf verschieden - doch alle gehören zu einer Person - Inka.

Inka kann sich nicht erinnern was war, als sie noch klein war...sie weiß das sie ihren Onkel gar nicht mochte - er ist immer in ihr Zimmer gekommen, wenn Mama unterwegs war - Inka hasst den Onkel.

Inka ist heute 24 und hat immer Probleme mit Beziehungen, Männer sind ihr zuwider, sie will nicht das sie sie anfassen.

Inka leidet an DIS.

____________________________________________

So wie Inka leiden etwa (man kann genauere Schätzungen nur unter stationären psychiatrischen Patienten angeben) ca. 5% an einer Dissoziative Identitätsstörung. Frauen sind etwa viermal häufiger als Männer betroffen.

Der Grund dafür dürfte sein, das man davon ausgeht das sexueller oder anderer Missbrauch im Kindesalter die Ursache der DIS ist udn der häufiger an Frauen verübt wird.

Grundvoraussetzung für die Abspaltung von Teilidentitäten ist die psychobiologische Fähigkeit zur Dissoziation, die insbesondere bei Kindern stark ausgeprägt ist: In besonders bedrohlichen Situationen wird die Informationsweiterleitung im Gehirn z.T. blockiert.

Zum Schutz der Person arbeiten einige Hirnregionen nicht weiter - so wird der Betroffene auch vor Erinnerungen an die belastende Situation geschützt.

Dieser Schutzmechanismus funktioniert aber nicht vollständig, so dass später auch scheinbar neutrale Reize (z.B. die gleiche Tapete wie im Kinderzimmer) einschießende Gedanken hervorrufen können, die an die belastenden Erlebnisse erinnern. (Man nennt solche Auslöser "Trigger", in vielen Bereichen ist deshalb eine Triggerwarnung angebracht, oft auch einfach durch ein "*" gekennzeichnet.)

Die Dissoziation löst im System der Teilpersönlichkeiten bei vielen Betroffenen einen großen inneren Druck aus. Häufig wird dann selbstverletzendes Verhalten eingesetzt, um diesen Druck abzubauen und den Kontakt zur Realität wieder herzustellen.

Durch dieses SVV wird oft fehldiagnostiziert. Borderline oder änliches wird anstelle der DIS angenommen.

Kaum eine andere psychiatrische Diagnose ist so umstritten wie die der Dissoziativen Identitätsstörung.

Nachdem in den 70er Jahren einige Fälle dieser Erkrankung bekannt wurden und ausführlich in den Medien darüber berichtet wurde, kam es zunächst zu einem starken Anstieg dieser Diagnose. Damit verbunden wurde auch Kritik laut: Die Störung sei ein Produkt der Therapeuten, die Missbrauchserlebnisse und die multiplen Persönlichkeiten seien den Patientinnen eingeredet worden.

Auch wurden in den USA einige Gerichtsverfahren bekannt, in denen die Angeklagten auf Unzurechnungsfähigkeit plädierten, da sie zur Tatzeit in einem anderen Persönlichkeitszustand gewesen seien - in vielen Fälle konnte den Angeklagten jedoch nachgewiesen werden, dass sie simuliert hatten, um eine Strafe zu umgehen.

Obwohl die Dissoziative Identitätsstörung 1980 Einzug in das internationale Diagnosesystem für psychische Störungen gefunden hat, hält die Diskussion über die Existenz dieser Störung weiterhin an.

Das in den letzten Jahren gestiegene Bewusstsein für die Häufigkeit sexuellen Missbrauchs und nicht zuletzt die Aufdeckung von "Kinderschänderbanden" hat aber zu einer größeren Akzeptanz dieser Diagnose geführt.

Symptome dieser erkrankung sind sehr vielfältig, gemeinhin sagt man das zwei oder mehr (manchmal bis zu 100) voneinander unterscheidbare Identitäten oder Persönlichkeitszustände in einer Person existieren. Von diesen übernehmen mindestens zwei wiederholt die Kontrolle über das Verhalten.

Die Person, die den Großteil des normalen Alltags bestreitet, wird als "Host" (englisch: Gastgeber), die Teilpersönlichkeiten als "Alters" (abgeleitet von englisch: alternate, sinngemäß: anders, verändert) bezeichnet. Bei allen Betroffenen treten Gedächtnislücken auf.

Der Host ist sich der anderen Persönlichkeitszustände nur teilweise bewusst, so dass er sich auch nicht an deren Handlungen erinnert.

Viele Betroffene berichten, dass sie manchmal nicht wissen, wie sie an den Ort gekommen sind, an dem sie sich befinden; wer die Person ist, die sie eben gegrüßt hat oder wer den Einkaufszettel auf ihrem Tisch geschrieben hat. Die verschiedenen Identitäten unterscheiden sich meist deutlich: Sie haben verschiedene Namen, unterschiedliche Vorlieben und Verhaltensweisen Es zeigen sich auch physiologische Unterschiede, so kann z.B. eine Teilpersönlichkeit allergisch auf eine Substanz reagieren, die andere aber nicht.

Die Charaktereigenschaften des so genannten Alters stehen häufig im Gegensatz zur primären Person (dem Host). Das Ausmaß, in dem die verschiedenen Identitäten untereinander kooperieren (d.h. untereinander Zugriff auf die Erinnerungen und Handlungen haben und den Wechsel der Teilpersönlichkeiten koordinieren können), ist bei den Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt.

Im Rahmen der Dissoziativen Identitätsstörung treten häufig eine Reihe von Begleitsymptomen auf:

* Depressionen
* Erinnerungsbilder von traumatischen Erfahrungen ("Flashbacks"), die oft durch scheinbar "neutrale" Reize ausgelöst werden (häufig werden deshalb in Texten zur Dissoziativen Identitätsstörung mögliche Reizwörter durch "*" maskiert, so z.B. s*xuelle M*sshandlung)
* Ängste
* Selbstverletzendes Verhalten und Suizidversuche
* Aggressionen
* Kopfschmerzen
* Alkohol- oder Drogenmissbrauch
* Essstörungen
* Zwanghaftes Verhalten
* Stimmen (der anderen Teilpersönlichkeiten) hören
(info (c) onmeda.de)

Zur Prognose der Dissoziativen Identitätsstörung finden sich in der Literatur nur wenig Angaben.

Generell gilt, dass die Erkrankung ohne Behandlung meist chronisch verläuft; dass aber auch nach langjähriger Behandlung für die Betroffenen oft in Teilbereichen Probleme bestehen bleiben. Durch die Entwicklung des EMDR

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/astuecke/33404/

als Behandlungsmethode für traumatisierte Patienten hat sich allerdings die Prognose in den letzten Jahren deutlich verbessert. Einfluss auf den Verlauf der Dissoziativen Identitätsstörung hat auch das Ausmaß der erlittenen Traumatisierung.

So bestehen z.B. für Betroffene, deren Erkrankung durch ein verfrühtes Aufwachen aus der Narkose verursacht wurde, meist bessere Aussichten auf Heilung. Eine stark ausgeprägte Begleitsymptomatik (z.B. Essstörungen, Alkoholmissbrauch) können die Behandlung oft komplizieren.

Wichtig: DIS (oder auch MPS - Multiple Persönlichkeitsstörung) ist theoretisch heilbar

Psy(chat)rie

A ballettdancing Terrorist, wearing pink lipstick and having a black soul...

Aktuelle Beiträge

zeig mir deine schrift...
Die Deutung der Handschrift brachte folgendes Ergebnis: Kitty...
KittyTheCat - 3. Dez, 17:51
Psychiatriestatement...
Psychiatriestatement eines Patienten in der Schweiz Kann...
KittyTheCat - 2. Jul, 11:41
einfach... naja.. eigentlich...
einfach... naja.. eigentlich genau so wie's klingt...
KittyTheCat - 23. Apr, 16:11
das hört sich schlimm...
das hört sich schlimm an. Wie meinst Du das?
Mauzi - 16. Apr, 22:47
X. Manchmal
Den Geruch von neuen Büchern und das knistern...
KittyTheCat - 16. Apr, 22:13

Mein Lesestoff


Friedrich Nietzsche
Der Antichrist


Lea Fleischmann
Rabbi Nachman und die Thora



Carl-Peter Steinmann
Von wegen letzte Ruhe!


Mary H. Herbert
Die Letzte Zauberin


James Herbert
Totentanz


Will-Erich Peuckert
Geheimkulte

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Kontakt

MSN
dagaz_mail@yahoo.de

Call me!

Suche

 

Status

Online seit 1464 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 3. Dez, 17:52

Zufallsbild

nighty